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Von Hexenrütteln und Waldmusik

Tanne, Kiefer, Fichte und Co.

Immergrün, duftend und hoch gewachsen, so präsentieren sich die Nadelbäume in unseren Wäldern. Nicht nur in der Weihnachtszeit, wenn die in Plantagen gezogene Nordmanntanne geschmückt und von Kerzenlichtern hell erleuchtet strahlt, hat die Tanne einen hohen Nutzwert. Sie leistet viel beim Aufbau guter Mischwälder und für die Bauwirtschaft, die sich ihrer mächtigen Stämme bedient.

Weihnachtlicher MarktDie Tanne in der Medizin

Dennoch ist die Tanne weniger bedeutsam für die Holzindustrie als die Fichte, da sich die Trocknung ihrer Stämme schwieriger gestaltet als bei ihrer grünen Schwester. So spielt die Tanne in der Landschaftsgestaltung eine weitaus größere Rolle und in der sogenannten Sekundärnutzung, nämlich einmal als Weihnachtsbaum und zum anderen in der Medizin. Aus ihren hellgrünen Tannenspitzen wird Hustensirup gewonnen. Und nicht zu vergessen die kulinarische Spezialität: der Tannenhonig. Die Bienen sammeln die Ausscheidungen von Pflanzenläusen, den sogenannten Honigtau von der Weißtanne, die vor allem im Schwarzwald und in Bayern zu Hause ist. Honigliebhaber schwärmen vom kräftigen Geschmack und dem ungewöhnlichen grünlich-schwarzen Farbton des Honigs. In der Mythologie gilt die Tanne aufgrund ihrer immergrünen Blätter als Sinnbild für ewiges Leben.

Fichtenholz für die Musik

Während die Tanne Gesundheit, Geist und Gaumen erfreut, ist die Fichte bei Musikern beliebt. Denn ihr Klangholz eignet sich wie kaum eine andere Holzart für die Herstellung von Resonanzkörpern für Klavier, Geige, Gitarre, Cello und Co. Auch Laubbäume wie der Ahorn werden für die Herstellung von Musikinstrumenten verwendet. Der Wald ist also voller Musik, und wer weiß, vielleicht hören Sie bei ihrem nächsten Spaziergang zarte Cello- und Klaviertöne in den Wipfeln flüstern.

Falls Sie übrigens Tannenzapfen sammeln, sollten Sie ganz genau hinschauen. Denn in Wahrheit handelt es sich fast immer um Fichtenzapfen. Tannenzapfen sind nur selten am Stück zu finden, sie zerbröseln in einzelne Schuppen, bevor sie zu Boden fallen.

Haben Sie schon einmal die Nadeln von Douglasien mit den Fingern zerrieben? Probieren Sie es und Sie werden mit einem Duft von Zitrusfrüchten belohnt, so ganz anders, als Sie es von deren harzig-würzigen Verwandten gewohnt sind. Der ursprünglich aus Nordamerika stammende Baum wurde erfolgreich in Europa aufgeforstet. Allerdings schleppte man mit der Einführung des Baums auch gleich zwei Schädlinge ein, die Douglasien-Wolllaus und die Douglasien-Samenwespe. Ansonsten hat der Baum einen eher nüchternen Platz in der Bauindustrie. Dort wird der Nadelbaum vor allem für tragende Konstruktionen, insbesondere für Dachstühle geschätzt.

Eine breite Verwendung im Holzbau findet auch die Kiefer. Ob Möbel, Fußböden, Fenster oder Türen, dieser Nadelbaum ist an Vielseitigkeit kaum zu überbieten. Dank ihres raschen Wachstums und ihrer Anspruchslosigkeit erfreut sich die Kiefer großer Beliebtheit. Wie viel Symbolträchtigkeit der langnadeligen Schönheit anhaftet, gerät darüber fast in Vergessenheit. In China, Japan und Korea stehen die Nadelbäume, die auch als niedrige Sträucher wachsen, für Stärke und Langlebigkeit. Gärtner pflanzen sie daher gern in Japan- und Zen-Gärten, wo sie durch ungewöhnliche Formen, in die sie geschnitten werden, auffallen.

Unter der Lärche trafen sich die Waldfeen

Ungewöhnlich ist auch eine weitere nadelige Verwandte, die Lärche. Zum einen fällt sie durch ihre büschelartig angeordneten Nadeln auf, die an filigran wirkenden Zweigen hängen. Zum anderen ist sie mit der Goldlärche der einzige heimische Nadelbaum, der seine Nadeln im Herbst abwirft. Aus dem grünen Sommerkleid wird dann ein strahlend gelbes und sorgt überall, wo sie steht, für den sprichwörtlichen goldenen Oktober. Vielleicht ist das der Grund für die vielen Mythen, Märchen und Sagen, die über die Lärche kursieren. So geht die Kunde von guten Waldfeen, die sich unter Lärchenbäumen trafen, um verirrten Wanderern wieder auf den rechten Weg zu verhelfen. Und in der Walpurgisnacht wurden Türen und Fenster mit Zweigen geschmückt, den sogenannten Hexenrütteln, um die bösen Geister zu vertreiben.            

Gisa Bührer-Lucke

 

Kleine Zapfenkunde

Fichte

Die Zapfen stehen erst aufrecht und hängen dann hinab. Sie werden bis zu 20 Zentimeter lang und fallen im Stück vom Baum.

Tanne

Die Zapfen wachsen aufrecht an den oberen Zweigen. Wenn sie reif sind, fallen die einzelnen Schuppen hinab, nie ein ganzer Zapfen.

Kiefer

Die Zapfen brauchen drei Jahre, um zu reifen. Während sie noch am Baum hängen, öffnen sie sich und lassen die Samen hinaus. Danach fallen sie selbst hinab.

Lärche

Die Zapfen sind hell, eiförmig und 2,5 bis zu 4 Zentimeter groß. Sie sitzen dicht an dicht und halten sich, bis ein Ast im Ganzen hinunterfällt.

[Stand: 19.06.2014]

 

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